12. Die erste Niederlage
Knuckles, Tails und Horus warteten gerade auf ihre vier anderen Freunde, als Knuckles ein merkwürdiges Geräusch vernahm.
Mit einem Erdbeben und dem unverwechselbarem Lachen von Robotnik, kam ein gewaltiger Roboter aus der Erde. – Der Roboter hatte die Form von Robotnik. Tails erkannte diese Maschine sofort, denn gegen diese Maschine hatte Sonic vor plus minus acht Jahren gekämpft. Tails erinnerte sich, dass es zwei Jahre vor der Wiederbegegnung mit Knuckles gewesen war.
»Robotnik!« schrie Tails, und bevor er weiter reden konnte, flog der Buggy mitsamt seiner drei Innsassen durch die Luft. Tails hoffte, dass sie den Aufprall überleben würden, doch durch seine Angst vergaß er, dass Sonic und die anderen hier in der Nähe sein mussten.
Alle drei warteten auf den Aufprall, und als sie die Augen öffneten, weil nichts geschah, erblickten sie Tikal.
Der Buggy schwebte kopfüber vor Tikal. Sie drehte ihn mit ihren telekinetischen Kräften um, und ließ ihn sanft auf den Boden schweben.
»Wir kommen wohl gerade rechtzeitig!« lachte Silver.
»Wie gerufen!« gab Shadow zu. »Aber jetzt Schluss mit dem Geschleime, wir haben etwas zutun!«
Shadow sprang aus dem Buggy, und machte sich bereit für den Kampf.
Tails und Horus kletterten aus dem Buggy, und liefen hinter Silver und Sonic. Ohne etwas zu sagen, zog Tails seine Freundin hinter eine Düne, und ging mit ihr in Deckung.
»Sonic und die anderen werden das schon erledigen!« keuchte er außer Atem.
Horus lächelte um ihre Angst zu verbergen, und sagte gekonnt: »Etwas anderes hätte ich auch nicht gesagt. Sonic, Knuckles, Shadow und du, ihr seid schon länger hier, und habt genug Erfahrung mit den Beiden!«
»Oh ja, wie recht du damit hast!« dachte Tails.
Sonic, Silver, Knuckles, Tikal und Shadow stellten sich um Robotnik und seinen Roboter herum auf. Sonic erkannte, als er genauer hin sah, dass der Roboter dieselbe Schwachstelle besaß, wie sein Vorgänger.
»Du lässt dir auch nichts neues mehr einfallen!« rief er von der Rückseite des Roboters.
Shadow lief in Lichtgeschwindigkeit zu Sonic hinüber.
»Was meinst du damit, er lässt sich nichts neues mehr einfallen?« flüsterte er.
Sonic zeigte auf einem Punkt auf dem Verbindungsstück zwischen Robotniks Kabine und dem Roboter.
»Sonic, das ist genial, aber wie willst …«, begann Shadow, aber Sonic unterbrach ihn.
»Du bist doch unser Pistolen und Kanonen Experte, lass dir etwas einfallen. – Aber schnell!«
Für dass, was Sonic meinte, brauchte Shadow nicht lange überlegen.
Er griff an seine Beine, dieses öffnete sich an der Seite, und eine Halterung an jedem Bein kam heraus. – In diesen Halterungen hingen jeweils eine silberne, Desert Eagle Titanium 50AE, neun Millimeter.
Er griff sich die Waffen, und sprang etwas zurück.
Shadow versteckte sich hinter einem Felsen, und zielte auf ein Verbindungsstück des Roboters.
»Was versuchst du da?« fragte Robotnik und lachte über Shadow, als dieser begann auf ihn zu schießen. »Es hat kein Zweck, ich habe alles perfekt geplant. Deine neun Millimeter Geschosse können mir nichts anhaben!«
Robotnik drehte sich mit seinem Roboter, und schleuderte alle fünf durch die Luft.
Als sie auf den sandigen Boden aufschlugen bewegte sich niemand von ihnen, bis auf einer.
Shadow fiel es wie Schuppen von den Augen ein.
»Die Spezialmunition!« dachte er.
Halsüberkopf rannte er durch den feinen Sand zu Tails und Horus.
»Shadow, ist alles vorbei?« begann Horus, doch als sie sein Gesichtsausdruck sah, wusste sie, dass es noch gar nicht richtig angefangen hatte.
»Hast du die Munition dabei, Tails?« fragte Shadow schnell.
Tails wusste sofort, welche Munition er meinte, und sagte: »Ich weiß aber nicht, was passiert, wenn du sie benutzt. Sei vorsichtig!«
Tails übergab ihn vier carbonfarbene Patronen.
In einer Handbewegung nahm er beide Magazine aus seinen Waffen, leerte sie komplett, und setzte in jedes der beiden Magazine zwei der Patronen, die Tails ihm gegeben hatte.
Mit seinen Daumen stellte er die Waffen auf Speedloading, einer Modifikation, die Tails vor einigen Tagen in seine Waffen eingebaut hatte.
»Hoffen wir mal dass es klappt!« nuschelte Shadow und rannte los.
Robotnik war gerade vor Tails und Horus, als Shadow verschwand.
»Das kannst du nicht mit mir machen Shadow!« fluchte Robotnik.
Robotnik schaute auf seine Instrumente, und auf seinem Radar erkannte er ein Objekt, welches mit unmenschlicher Geschwindigkeit über das Radar huschte.
Es tauchte auf, und war sofort wieder verschwunden.
»Shadow, ich werde dich erwischen!« lachte Robotnik, und lud seine Hauptwaffe auf, um Tails und Horus zu töten.
Robotnik startete die Triebwerke seines Roboters, damit er in die Luft abheben konnte.
»Wenn Shadow sich aus den Staub macht, erledige ich erstmal die anderen, die sich nicht wehren können!« dachte er, und bekam einen Lachanfall.
Robotnik konnte sich aber nicht lange über seinen Sieg freuen.
Robotnik sah den kleinen Punkt auf dem Radar immer näher kommen, und als der Punkt etwa auf der hälfte des Weges bis zur Mitte war, wurde aus einem Punkt plötzlich drei.
Shadow hatte zwei von den vier Patronen abgefeuert, und war so überrascht, als er merkte, dass diese Patronen innerhalb von nicht mal mehr als einer halben Sekunde, schon nicht mehr zusehen waren, dass er fast vergessen hatte, was Tails zu ihm gesagt hatte.
»Was sind das für Patronen?« dachte er, und machte eine Vollbremsung.
Shadow konnte gerade noch rechtzeitig abbremsen, als er eine gewaltige Druckwelle auf sich zukommen sah.
»Oh, oh!« dachte er. »Was ist da passiert?«
Shadow wollte gerade wieder mit Schallgeschwindigkeit weiterlaufen, als ihn die Druckwelle erreichte.
Der schwarze Hedgehog wurde wie Pappmaschee von den Füssen geworfen, und flog im Sand, Metallteilen und anderen Sachen die von der Druckwelle mitgerissen worden waren durch die Luft.
Er schaute sich um, und suchte nach seinen Freunden. – Selbst mit seiner hochentwickelten Technik, konnte er keinen von ihnen orten.
»Das kann nicht sein!« dachte er erschrocken.
Wo waren seine Freunde? Wo war Robotnik?
Shadow knallte plötzlich gegen irgendetwas Großem. – Es gab das typische Geräusch, wenn Metall auf einen hohlen Metallkörper prallte.
»Das glaubt mir keiner!« schimpfte Shadow, als er versuchte zu erkennen, wo er gerade gegen geschleudert wurden war. Er fand noch rechtzeitig eine Möglichkeit, an der er sich festhalten konnte, bevor er weiter ohne Halt in diesem Sturm weiter geflogen wäre.
»Das Schicksal meint es doch gut mit mir!« lachte Shadow, als er erkannte, dass das woran er sich festhielt, der Roboter von Robotnik war.
Sie verließen die Explosionswelle, und flogen nun über Wasser. – Shadow wusste nicht, ob es die Nordsee oder schon der Atlantik war, über den er sich befand.
Er schlug sich ein Loch in den Roboter, und schlüpfte hinein.
Shadow stellte fest, dass der Roboter von innen viel kleiner war, als er angenommen hatte.
Er konnte sich nur kriechend durch die engen Gänge bewegen.
Endlich erreichte er den Kommandoraum.
»Schnell die Selbstzerstörung aktivieren!« sagte er sich, und räumte erstmal ein paar Trägerbalken, die ihm im Weg lagen, beiseite.
Er erreichte das Kontrollpult, und fackelte nicht lange.
Da er nicht wusste, ob diese Maschine noch funktionierte, nahm er seine beiden Desert Eagle Titanium 50AE neun Millimeter, und hoffte, dass er noch ein letztes Magazin dabei hatte.
Shadow schaute nach.
»Kein Magazin mehr, und es lief doch alles gerade sooo gut!« dachte er, und ärgerte sich.
Er machte einen Schritt nach hinten, drehte sich um, und hörte ein unverwechselbares Geräusch.
Eine Desert Eagle Titanium 50AE neun Millimeter Patrone viel auf den metallischen Boden. – Shadow ließ das Magazin seine Waffe, die er in der rechten Hand hielt fallen, griff ins Dunkle nach der Patrone, und in einer Nanosekunde tat er sie in das Magazin, und dieses wieder in seine Desert Eagle Titanium.
Shadow lud seine Waffe, und konzentrierte sich.
Gerade wollte er auf das Steuerpult schießen, als er eine Energie spürte.
»Das ist unmöglich«, dachte er. »Es ist doch nur eine Legende?«
Ohne zu beachten, dass er sich in Gefahr befand, drehte er sich um, und lief auf eine Tür zu.
Er trat die Tür ein, und was er in diesen winzigem Raum fand, war wie sechs richtige im Lotto.
»Jackpot!« dachte er.
Shadow ging zu einer Art Schaltkasten, öffnete ihn, und fand nach dem er gesucht hatte.
In fünf kleinen gläsernen Behältern befand sich jeweils ein Splitter eines Chaosemeralds.
Diese leuchteten aber nicht wie die, die er kannte. – Diese hier warne von einer schwarzen Materie umgeben.
Shadow nahm sich eine dieser gläsernen Behälter, und schraubte ihn auf.
Er wollte gerade den Splitter herausnehmen, als er sich plötzlich wieder vor dem eingezäunten Gelände befand, und in der Ferne sah er etwas Großes explodieren.
Shadow schaute sich um, und suchte seine Freunde.
Diese standen mit dem Buggy hinter einer der etwas größeren Dünen, und hatten das Geschehen beobachtet.
»Hoffentlich hat Shadow es noch geschafft!« flüsterte Tails, und die anderen nickten ihm zustimmend zu.
»Hey Leute! Ihr könnt rauskommen!« rief Shadow im selben Augenblick.
Ohne zu atmen, sprang Tails auf, und rannte in die Richtung auf Shadow zu.
»Shadow, ich dachte wir hätten dich verloren!« rief Tails aufgeregt.
Shadow hob die Hand, in der er den Emeraldsplitter hielt, und sofort verstummte Tails.
»Wir haben zwar diese Schlacht verloren, aber der Krieg ist noch nicht vorbei!« sagte Shadow etwas gespielt, und seine Freunde lachten mit ihm.
»Dann lass uns mal zurück nach Hamburg, und uns auf das Schlimmste vorbereiten!« sagte Sonic, und ohne ein weiteres Wort, machten sich alle acht Freunde auf den Heimweg.

